Nachdem bereits zwei Doktoranden an der EPFL Lausanne für ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Energietechnik ausgezeichnet wurden, erhielt jetzt ein Wissenschaftler der ETH Zürich den ABB-Forschungspreis. Der Preis für Automationstechnik wurde im Rahmen des ETH-Tages feierlich übergeben.
ABB Schweiz unterstützt innovative Ideen und kreative Forschungsansätze nicht nur im eigenen Haus, sondern auch ausserhalb. Die Schweizer Landesgesellschaft arbeitet regelmässig mit den eidgenössischen Hochschulen, der Fachhochschule Nordwestschweiz und dem Paul Scherrer Institut zusammen und verleiht jedes Jahr zwei ABB-Forschungspreise an junge Wissenschaftler. Die Preise – je einer im Bereich Energietechnik und Automation – werden an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der École Polytechnique Fédérale Lausanne (EPFL) vergeben. Sie sind jeweils mit 5000 Franken für eine Diplomarbeit und mit 10'000 Franken für eine Doktorarbeit dotiert.
Im Oktober wurden bereits Toufann Chaudhuri und Etienne Robert von der EPFL für ihre Dissertationen im Bereich Energietechnik mit dem ABB-Forschungspreis ausgezeichnet. Nun folgt die Auszeichnung für Informations- und Automatisierungstechnik: Im Rahmen des festlich begangenen ETH-Tags erhielt Prof. Tobias Nef einen Scheck über 10'000 Franken.
Doktorarbeit für roboterunterstützte Therapie
Der Preisträger empfing den ABB-Forschungspreis 2009 für seine hervorragende Doktorarbeit „ARMin – Multimodal Robot for the Movement Therapy of the Upper Extremities“. In seiner Arbeit untersucht Tobias Nef robotergestützte Therapieformen zur neurologischen Rehabilitation von Arm- und Handbewegungen. Ihn interessiert vor allem, wie die Interaktion von Mensch und Roboter bei der Bewegungstherapie funktioniert und wie die entsprechenden Steuerprogramme der Roboter aussehen müssen. Der Ansatz verspricht eine schnellere und durch kontinuierliche Messungen nachweisbare Heilung von Patienten sowie eine Entlastung der betreuenden Physiotherapeuten.
Die Dissertation überzeugte die aus zwei ETH-Professoren und einem ABB-Wissenschaftler zusammengesetzte Jury aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz und ihres interdisziplinären Ansatzes. Dieser vereint eine exzellente Ingenieurleistung sowie eine erstklassige wissenschaftliche Forschung und klinische Anwendung. Als sichtbares Produkt dieser Arbeit wird der Rehabilitationsroboter ARMin III bereits in der klinischen Praxis eingesetzt.
Feierlicher Anlass
Die Urkunde und den Scheck erhielt Tobias Nef aus den Händen von ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach. Ebenfalls anwesend waren an dem feierlichen Anlass mit viel akademischer Prominenz ABB-Landeschefin Jasmin Staiblin und das ABB-Jurymitglied Sascha Stoeter. Beim Apéro hatten sie Gelegenheit, sich mit dem Preisträger, der derzeit als Assistent an der der Catholic University of America in Washington DC arbeitet, ausführlich zu unterhalten.