Breakdancer stapelt Harrassen

2008-03-18 - Die Brauerei H. Müller AG hat in eine Roboteranlage investiert.

Auf kleinstem Raum werden Harassen gestapelt und Paletten gefüllt. Geschäftsführer Felix Meier ist begeistert. «Er ist gelenkig – fast wie ein Breakdancer», sagt Felix Meier, der Geschäftsführer von Müllerbräu im Gespräch mit Katia Röthlin. Fasziniert steht er vor dem Käfig, in dem die neue Roboteranlage ihren Dienst tut. Millimetergenau packen die Greifzangen des Roboters 8 volle Bierharrassen, die auf einem Rollband stehen, und stellen sie auf ein Palett. Schon schweben die nächsten 8 durch die Luft und werden sanft auf die unteren platziert. Ist das Palett voll, wird es automatisch weitertransportiert. Plötzlich hält der Roboter kurz inne – auf dem Band steht kein Nachschub bereit. Dann schwenkt er in die andere Richtung und platziert leere Harrassen auf dem Förderband. «So sorgt er quasi selber dafür, dass ihm die Arbeit nicht ausgeht.»

PLANUNG DAUERTE RUND EIN JAHR

«Es ist faszinierend, wie schnell der Roboter arbeitet», sagt Meier. Die Maschine erledigt die Arbeit von mehreren Mitarbeitern, statt 5 Personen brauche es nur noch eine. «Entlassungen gab es wegen des Roboters keine», betont Meier. Die Mitarbeiter würden an einer anderen Stelle im Unternehmen beschäftigt, einzelne natürliche Abgänge würden nicht ersetzt.

Rund ein Jahr dauerte die Planung, bis der Roboter in Betrieb genommen werden konnte. In der Schweiz gibt es kaum vergleichbare Anlagen, das Vorbild war ein Betrieb in Flensburg, dort stehen gleich 3 Roboter. Die Platzverhältnisse bei Müllerbräu sind beschränkt, gesucht war eine Lösung, die ohne grosse Umbauten realisiert werden konnte. Der Boden musste verstärkt werden, ansonsten konnte die Anlage in den Raum eingepasst werden. «Der Roboter ist enorm beweglich», sagt Meier und weist darauf hin, dass zwischen dem bestehenden Pfosten mitten im Raum und dem Greifarm nur gerade 5 Zentimeter seien.

650 000 bis 700 000 Franken hat die Brauerei in die neue Technik investiert. Eine Investition, die sich lohne, sagt Meier. Die Anlage habe eine hohe Lebensdauer, die meisten Teile seien aus Chromstahl: «Da gibt es kaum Verschleiss.» Auf Veränderungen kann flexibel reagiert werden. «Die Software ist sehr anpassungsfähig.»

Quelle: AZ vom 17.1.2008 , Frau Katia Röthlin
Systemintegrator: Frisystem AG Förderanlagen, 4628 Wolfwil

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    Müllerbräu
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