ABB-Gebäudeautomation für das erste energieautarke Haus

Am 21. Januar 2015 wurde in der Umwelt Arena in Spreitenbach die Grundsteinlegung für das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt gefeiert. Das Wohnhaus ohne Anschluss an die Energieversorgungsnetze wird mit Automationslösungen von ABB auf Energieeffizienz getrimmt.

Kein Stromanschluss. Keine Gasleitung. Nicht einmal ein Holzofen für kalte Winternächte. Und das in einer Überbauung mit neun Wohnungen. Die Umwelt Arena realisiert in Brütten bei Winterthur mit mehreren Ausstellungspartnern – darunter ABB – das erste Mehrfamilienhaus der Welt, das jahrein, jahraus sämtliche benötigte Energie selbst mit Solarpanels produziert und ohne jegliche externe Energiezufuhr auskommt.

Ein solarer Impuls am Boden
Das sieht zumindest die Planung vor, die am Mittwoch in der Umwelt Arena in Spreitenbach bei der inszenierten Grundsteinlegung der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Walter Schmid – Initiant der Umwelt Arena wie auch des energieautarken Wohnhauses – will sich nicht als Visionär verstanden sehen, sondern als «Realist mit Ideen». In seiner Ansprache verwies er auf das ebenfalls von ABB unterstützte Projekt Solar Impulse. «Wenn die mit einem autarken Solarflugzeug in die Luft gehen können, sollten wir das auch am Boden zustande bringen.» Visualisierung des Mehrfamilienhauses. Die Fassade besteht aus farblich modifizierten Photovoltaik-Modulen, ohne den typischen bläulichen Glanz.

Energieeffizenz entscheidend
Dach wie Fassade des Hauses werden aus Photovoltaik-Modulen bestehen. Wobei Schmid betonte: «Wichtigste Voraussetzung zur Realisation eines 100 Prozent energieautarken Gebäudes ist die Steigerung der Effizienz in jedem Bereich, von der Energieproduktion über die Energiespeicherung bis zum Verbrauch.» Ein Satz wie aus einem ABB-Strategiepapier. So wird gemäss den Kalkulationen und Simulationen einem Jahresertrag von rund 100'000 Kilowattstunden ein Gesamtverbrauch von lediglich 35'000 kWh gegenüberstehen.


Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger hielt ein gewohnt unterhaltsames Referat anlässlich der Grundsteinlegung. Motto: «Wendehälse in der Energiewende»

Energie für den Winter horten
Ohne Netzanschluss für die Rück- und Einspeisung muss in der Immobilie selbst dafür gesorgt sein, einen Teil des sommerlichen Überschusses im verbrauchsintensiven Winter bereitzustellen. Das wird mit einem thermischen Langzeitspeicher sowie einem Wasserstofftank gewährleistet:

Mehrere Speichersysteme
Ersterer besteht aus einem 244 m3 Wasser fassenden, im Boden versenkten, konventionellen Güllesilo, Letzterer wird bei Überproduktion der PV-Anlagen per Elektrolyse gefüllt und speist dann bei Bedarf eine Brennstoffzelle, um wieder elektrische Energie zu generieren. Ergänzt werden diese beiden Langzeit-Speichersysteme einerseits mit einer Batterie, andererseits mit einer Wärmepumpe. Zum Konzept des energieautarken Wohnhauses gehören auch je ein Elektro- und ein Gasauto, welche die Energie für eine Fahrstrecke von jeweils 10'000 km jährlich aus den Solarpanels beziehungsweise den verwerteten Küchenabfällen beziehen.


Roger Balmer von Pro-Energie präsentiert die recht komplex wirkende Speicherlösung.

Variable Mensch
Zahlreiche Systeme also, die rein technisch auf Effizienz getrimmt sind. Lösungen von ABB werden für die Automation und das Monitoring eingesetzt. Aber in einem bewohnten Gebäude ist der Mensch mit seinem Handeln die entscheidende Variable, wie viel Energie tatsächlich umgesetzt wird. Dafür soll ABB-free@home zum Einsatz kommen.

ABB will auch Erfahrungen sammeln.
«Damit wird den Bewohnern des energieautarken Hauses eine intuitiv bedien- und anpassbare Gebäudeautomationslösung zur Verfügung stehen», so Max Wüthrich, Verkaufsleiter Markt Schweiz, an der Podiumsdiskussion anlässlich der Grundsteinlegung. Mit diesem innovativen System lassen sich Licht, Heizung, Klima, Storen oder Türkommunikation via Smartphone, Tablet oder Computer steuern. Es sei auch für ABB selbst interessant, in diesem Projekt Erfahrungen zu sammeln und etwa mit der Auswertung der umfangreichen Daten noch ausgeklügeltere Szenarien für Energieeffizienz und Komfort zu schaffen.


Max Wüthrich (rechts) im Podiumsgespräch mit Moderator Kurt Aeschbacher.

Erhebliches mediales Interesse
Das Fundament für das energieautarke Haus in Brütten ist gelegt, die Fertigstellung ist im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten; die Suche nach interessierten Mietern wird bald beginnen. Gespannt darf man auf die Erfahrungswerte nach dem Einzug und dem ersten Winter sein. Mediale Aufmerksamkeit ist dem Projekt jedenfalls gewiss.


Mit ABB-free@home lassen sich Licht, Heizung, Klima, Storen oder Türkommunikation über Smartphone, Tablet oder Computer steuern.


Funktionalität und Komfort
Mit ABB-free@home senkt ABB die Schwelle für den Zugang zur Welt des intelligenten Wohnens mit einem hohen Mass an Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz.
Die neue Dimension der Haussteuerung – einfach smart!
Die Produktvorteile in Kürze:
  • Komfortable Vernetzung von Licht, Store und Raumtemperatur.
  • Perfekte Einbindung von ABB-Welcome (Türkommunikation) möglich.
  • Einfache Installation per 2-Draht-Leitung.
  • Zeitsparende Projektierung und Inbetriebnahme über System Access Point.
  • Basisprogrammierung auch über Ad-hoc-Verbindung per WLAN möglich (wenn zum Beispiel im Haus noch keine Netzwerk Infrastruktur vorhanden ist).
  • Zeitsparende Konfiguration per App auf Tablet oder Laptop.
  • Leicht verständliche App für iOS und Android.
  • Keine Softwarelizenzen und Schulungen nötig.
  • Vorkonfigurierte Sensor-/Aktor-Einheiten für die Unterputzdose ermöglichen eine Vorortbedienung vor der Inbetriebnahme.
  • Funktionen und Komfortfeatures jederzeit änderbar und erweiterbar.

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    • Martin Vontobel
      Product Marketing Manager
      Building Automation Solutions
      ABB Switzerland Ltd.
      Low Voltage Products
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