Nachdem bereits ein Doktorand an der EPFL Lausanne ausgezeichnet worden war, erhielten jetzt auch zwei Wissenschafter an der ETH Zürich den ABB-Forschungspreis für Energietechnik. Der Preis wurde im Rahmen des ETH-Tages feierlich übergeben.
ABB Schweiz setzt ein Zeichen zur Unterstützung von jungen Wissenschaftern auch ausserhalb des Unternehmens. Neben der regelmässigen Zusammenarbeit mit den eidgenössischen Hochschulen, der Fachhochschule Nordwestschweiz und dem Paul Scherrer Institut verleiht ABB Schweiz jedes Jahr zwei Forschungspreise, einen für Automation und einen für Energietechnik. Die Preise, die an der École Polytechnique Fédérale Lausanne (EPFL) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) vergeben werden, sind mit 5'000 Franken für eine Diplomarbeit und mit 10'000 Franken für eine Doktorarbeit dotiert.
Im Oktober wurde bereits EPFL-Doktorand Sylvain Calinon für seine Doktorarbeit über den Lernprozess von Robotern durch Imitation mit dem ABB-Forschungspreis für Automation ausgezeichnet. Nun folgt die Auszeichnung für Energietechnik: Im Rahmen des festlich begangenen ETH-Tags erhielten zwei Jung-Forscher je einen Scheck über 5'000 Franken.
Doktorarbeit zur dezentralen Netzregelung
Preisträgerin Gabriela Hug-Glanzmann stellt in ihrer Dissertation "Coordinated Power Flow Control to Enhance Steady-State Security in Power Systems" ein neues Konzept für die Regelung von mehreren FACTS-Geräten in einem Übertragungsnetz vor. FACTS-Lösungen (Flexible AC Transmission Systems) ermöglichen es, bestehende Netzkapazitäten zu erhöhen und gleichzeitig die Netzstabilität zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Die von der Doktorandin entwickelten Methoden ermöglichen eine dezentrale Regelungsoptimierung der verschiedenen FACTS-Geräte, was besonders für stark vermaschte Netze mit unterschiedlichen Betreibern von grosser Bedeutung ist. Gleichzeitig erlauben sie, die N-1-Sicherheit des Netzes effizient mit einzubeziehen. Die praktische Anwendbarkeit dieser neuen Regelungsmethoden wurde durch Simulationen im UCTE-Netz demonstriert.
Die Dissertation entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem ABB-Forschungszentrum in Baden-Dättwil. Die Jury begründete ihren Entscheid mit der Neuartigkeit des Konzepts und ist überzeugt, dass die dezentrale Regelung für die Zukunft der elektrischen Energieübertragung von erheblicher Bedeutung sein wird.
Doktorarbeit zur Charakterisierung von Brennstoffzellen
Die zweite Auszeichnung ging an Holger Kuhn für seine Doktorarbeit "In-Situ-Charakterisierung von Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzellen mittels elektrochemischer Impedanzspektroskopie". Gemäss Jury leistet Kuhn einen wesentlichen Beitrag zum grundlegenden Verständnis der Prozesse in einer Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle. Er entwickelt die Methode der ortsaufgelösten Impedanzspektroskopie zu einem aussagekräftigen Werkzeug für die Charakterisierung von Brennstoffzellen. Durch das Einführen einer Pseudo-Referenzelektrode ist es ihm gelungen, die Impedanzspektren von Anode und Kathode separat zu ermitteln. Dies erlaubt die Untersuchung verschiedenartiger Elektroden und die Charakterisierung der zugehörigen Verlustprozesse. Daraus ergeben sich wichtige und nützliche Hinweise zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen.
Bester Studienabschluss für neuen ABB-Mitarbeiter
Im weiteren wurde Johannes Bollmann, der seit April 2008 als Verkaufsingenieur im Bereich Kraftwerksleittechnik bei ABB Power Systems in Baden arbeitet, mit dem Willi-Studer-Preis für den besten Studienabschluss des Departements Management, Technology and Economics der ETH ausgezeichnet. Was der erfolgreiche ABB-Mitarbeitende dazu sagt, lesen Sie im Interview.
Die Urkunden sowie die Schecks wurden an dem feierlichen Anlass im Beisein zahlreicher akademischer Prominenz von ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach übergeben. Die anwesende ABB-Landeschefin Jasmin Staiblin hatte bei Apéro und Mittagessen Gelegenheit, sich mit den Preisträgern ausführlich zu unterhalten.