ABB lud ins Studio 2 des Schweizer Fernsehens (tpc) – und während der von Arena-Moderator Reto Brennwald souverän geleiteten Expertendiskussion zum Thema Talente erhielten die 150 Gäste aus Bildung, Wirtschaft und Politik spannende Voten engagierter Fachleute zu hören.
Was bedeutet Talent? Wo sind Talente zu finden? Wie sollen sie gefördert werden? Welche Aufgaben kommen der Schule, dem Staat, den Unternehmen zu? Und was muss getan werden, um dem Wirtschaftsplatz Schweiz nachhaltig genügend Fach- und Führungskräfte vor allem auch im naturwissenschaftlichen Bereich zu sichern? Breit war die Palette von Fragen, zu denen es während der 90-minütigen Diskussion unterschiedliche Sichtweisen und differenzierte Aussagen gab. 150 Gäste aus Bildung, Wirtschaft und Politik verfolgten zusammen mit jungen Talenten verschiedener Universitäten die von Reto Brennwald souverän moderierte Expertenrunde; diese fand im Studio 2 des Schweizer Fernsehens (tpc) statt und wurde nach dem Vorbild der Sendung Arena durchgeführt.

Talent allein genügt nicht
Nach der Begrüssung der Gastgeberin und ABB-Schweiz-Chefin Jasmin Staiblin versuchte Brennwald auszuleuchten, was unter Talent verstanden und welcher Stellenwert ihm zugemessen wird. Die Experten waren sich einig, dass Talent zwar eine wichtige Voraussetzung sei und gefördert werden solle, nicht aber ein Garant für späteren Erfolg darstelle. Überzeugend stellte Eva Marie Haberfellner das Motiv der von ihr geleiteten Kaderschmiede Schule Schloss Salem vor: "Wir wollen nicht in erster Linie die akademische Exzellenz, sondern Persönlichkeiten entwickeln."
Zentrales Thema war die Rekrutierung qualifizierter Ingenieure. "Die Schweiz mit ihren sieben Millionen Einwohnern hat keine Chance, alle Ingenieure selber auszubilden, die sie braucht." Das sagte Walther Ch. Zimmerli, Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Gleicher Meinung war Thomas Daum: "Wir müssen den Import von ausländischen Fachkräften forcieren und unsere Anstrengungen verstärken, um unseren Arbeitsmarkt zu versorgen", betonte der Präsident des Arbeitgeberverbandes. Einig war man sich darüber, dass die Ausbildung mehr denn je international ausgerichtet werden müsse. Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rates, räumte ein, dass die beiden technischen Hochschulen der Schweiz schon heute ein hohes internationales Ansehen genössen.
Während der Diskussion kam immer wieder das mangelnde Prestige der Ingenieure zur Sprache. Dass es sich dabei möglicherweise um ein Vorurteil handelt, bestätigten die Aussagen einiger Talente, die auch zur Veranstaltung geladen waren. Beispielsweise ein junger Ingenieur: "Etwas zum Laufen zu bringen hat so viel Wert wie der Bonus eines Bankers."
Die Gesprächsrunde
Thomas Daum, Direktor Schweizerischer Arbeitgeberverband
Eva Marie Haberfellner, Leiterin Schule Schloss Salem
Thomas Held, Direktor Avenir Suisse
Otto Ineichen, Unternehmer und Nationalrat FDP
Björn Johansson, Headhunter
Gerhard Pfister, Institutsleiter und Nationalrat CVP
Ursula Renold, Direktorin Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT
Fritz Schiesser, Präsident ETH-Rat
Walther Ch. Zimmerli, Präsident Brandenburgische Technische Universität Cottbus