Wie soll die Energieversorgung der Zukunft aussehen? Welche Chancen bestehen, welche Herausforderungen? Und welche Rolle sollen die erneuerbaren Energiequellen spielen? Diese Fragen wurden kürzlich anlässlich der Neuauflage der ABB-Diskussionsplattform "Talente – Trends – Technologie" (TTT) am Beispiel DESERTEC erörtert.
Demografischer Wandel, Urbanisierung, Mobilität, Ressourcenknappheit, Klimawandel: Zu Beginn der Veranstaltung führte ein Film globale Trends vor Augen, die die Welt von heute und morgen entscheidend prägen. Trends, die im Zentrum von TTT 2009 standen. Mit Ausnahme des demografischen Wandels liegt ihnen allen nämlich dasselbe Thema zugrunde, die Energie. Darauf wies ABB Schweiz-Landeschefin Jasmin Staiblin hin, als sie die rund 100 führenden Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik begrüsste. Die Diskussionsplattform "TTT", die 2007 ins Leben gerufen wurde, fand dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt. Sie ist eine der Aktivitäten, mit der ABB Schweiz die Innovationskraft fördert. Aus aktuellem Anlass war man in der Stahlgiesserei Schaffhausen zusammengekommen, dem 100-Jahr-Jubiläum von ABB CMC Low Voltage Products. Der Anlass erinnere daran, betonte Jasmin Staiblin, wie wichtig es sei, immer wieder – gerade auch heute – Pioniergeist für die Trends von morgen zu entwickeln. Und damit innovative, effiziente und nachhaltige Lösungen.
Gerhard Knies, Aufsichtsratsvorsitzender von DESERTECEin Punkt, den Gerhard Knies, der Initiator des Wüstenstromprojekts
DESERTEC, im Hauptreferat des Abends aufgriff und ausführte. Auf eindrückliche Weise zeigte er die Dringlichkeit sowie das riesige Potenzial des Projekts auf, das vorsieht, bis zum Jahr 2050 15 Prozent des Strombedarfs Europas zu decken. Alle Wüstenflächen zusammengenommen bergen mehr als das 150-Fache des Weltenergiebedarfs. Und mehr als 90 Prozent der Menschheit leben im Umkreis von dreitausend Kilometer einer Wüste; nahe genug, um die Energie der Sonne in diesen Gebieten zu nutzen. Denn die Energie kann effizient und sicher über diese Distanzen transportiert werden – dank der HVDC-Technologie, die ABB bereits vor über 50 Jahren als Pionierin entwickelt hat. Das heisst: Die zur Verwirklichung von DESERTEC benötigten Technologien stehen schon heute zur Verfügung.

Die anschliessende Podiumsdiskussion mit Gerhard Knies und Hans E. Schweickardt, Verwaltungsratspräsident von Alpiq, drehte sich entsprechend weniger um die technische als um die wirtschaftliche und politische Machbarkeit von DESERTEC. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit und die CO
2-Bilanz war man sich einig: Es braucht wohl das Beste beider Welten – sowohl alternative wie auch konventionelle Energieträger, sowohl zentrale wie auch dezentrale Energieerzeugung. Eine spannende Diskussion, die die Gäste danach im besonderen Rahmen angeregt weiterführten: inmitten einer ABB-Wohnlandschaft, die Trends der Gebäudetechnik demonstrierte.
Peter Smits, Verwaltungsratspräsident der ABB Schweiz AG, und Jasmin Staiblin im Gespräch mit Gästen.